Auf Knopfdruck im Flow

Flow ist inzwischen ein sehr bekannter Begriff. Er beschreibt einen optimalen Zustand, in dem Sportler Höchstleistungen erbringen, Künstler großartige Werke erschaffen und kreative Denker ihre besten Ideen entwickeln. Menschen empfinden in diesem Zustand unendliche Freiheit und gleichzeitig eine starke Verbundenheit mit dem was sie tun. Und nicht nur das, sie fühlen sich wie eins mit der ganzen Welt und nehmen sich selbst nicht mehr differenziert wahr. Im Flow Zustand gibt es keine Angst und keine inneren Widerstände. Jedes Zeitgefühl ist verschwunden, der eigene Energielevel ist extrem hoch und absolute Geistesgegenwärtigkeit bestimmt das eigene Erleben.

Wer würde nicht zustimmen, dass der Flow Zustand äußerst erstrebenswert ist. Aber wie kommt man da hin? Können wir diesen Zustand bewusst herstellen? Und wie können wir dann dauerhaft in diesem Zustand verweilen? Um das zu beantworten, müssen wir erstmal klären, was überhaupt der Unterschied zu unserem Alltagszustand ist. Und hier ist spannend zu erkennen, dass wir für den Flow nicht irgendwas dazu tun müssen, sondern vielmehr etwas weglassen. Und zwar nur eine einzige Sache: Unsere Selbstbezogenheit.

Im Alltag erleben wir unsere Welt immer in Relation zu uns selbst. Auf Grundlage unserer individuellen Bedürfnisse, Werte, Erfahrungen und Einstellungen beurteilen wir – meist unbewusst – welche Bedeutung ein bestimmtes Ereignis für uns hat. Ist es sicher oder bedrohlich, unterstützt oder behindert es unserer Bedürfnisse, passt es zu unseren Werten oder wirkt es verletzend, werden unsere Erwartungen erfüllt oder enttäuscht? Wenn wir die Situation als gut bewerten, reagieren wir mit positiven Emotionen, anderenfalls mit negativen Emotionen. Diese Emotionen können sich offensichtlich oder auch nur als latend ungutes Gefühl äußern. In jedem Fall ziehen Emotionen unsere Aufmerksamkeit auf sich und verbrauchen Energie.

Diese Selbstbezogenheit und die damit verbundenen Emotionen sind Teil eines Schutzsystems, was unser Bewusstsein ständig beschäftigt. Und weil wir uns mit unserem Denken in Raum und Zeit frei bewegen können, führt das dazu, dass wir uns nicht nur mit aktuellen äußeren Situtionen in Bezug auf uns selbst befassen, sondern diese Auseinandersetzung mehr oder weniger unbewusst im Inneren fortführen. Wir nutzen unsere Erinnerungen und spielen potenzielle zukünftige Szenarien durch, auf die wir wiederum mit Angst, Ärger oder auch Vorfreude reagieren. Dem schließen sich weitere Gedanken an, verstärken die Emotionen und reihen sich schließlich zu langen gedanklich-emotionalen Assoziationen aneinander. Das alles geht rasend schnell und unser Bewusstsein unterscheidet dabei nicht zwischen Realität und Fiktion. Das Problem ist offensichtlich: Unser Fokus wird zerstreut. Es steht weniger Aufmerksamkeit und Energie für die eigentliche Herausforderung zur Verfügung.

Dabei ist nicht das Denken an sich für den Flowzustand hinderlich. Im Gegenteil ist gerade analytisches, strategisches und kreatives Denken einer der Erfolgsfaktoren für besondere Leistungen. Und auch Emotionen zu erleben ist nicht grundsätzlich schlecht. Problematisch ist allerdings eine mangelnde Unabhängigkeit davon in Situationen wo Fokus, Aufmerksamkeit und Energie anderweitig gebraucht werden.

Flow findet also statt, wenn das Schutzsystem mit seinem Gedankenkarusell offline ist und daher 100% Fokus und 100% Aufmerksamkeit und Energie zur Verfügung stehen. Natürlich spielen weitere Kriterien wie Fitness, das Beherrschen der erforderlichen Technik uvm. ebenfalls eine Rolle, damit wir im Flow überhaupt befähigt sind, eine gute Leistung zu erbringen. Das alles eignen wir uns aber im Laufe der Zeit ohnehin an und es spielt für das Erreichen des Flowzustandes eine untergeordnete Rolle. Die große Frage ist vielmehr: Wie schaffst Du es, gerade in vermeindlich bedrohlichen Situationen ohne Dein Schutzsystem auszukommen?

Einerseits gibt es tatsächlich ein paar Geheimtipps, wie Du auf Knopfdruck aus einem zerstreuten Zustand unmittelbar in den Flowzustand wechseln kannst. Indem Du zum Beispiel auf eine bestimmte Art gezielt Deine Aufmerksamkeit über mehrere Deiner Sinne nach außen richtest, kannst Du Dein Bewusstsein vollständig mit diesem Erleben füllen und bist sofort 100% geistesgegenwärtig. Das ist sehr einfach und sehr effektiv. Aber der Flowzustand wird nicht lange anhalten, wenn Du Dich nicht auch um die individuellen Auslöser Deines Schutzsystems kümmerst.

Ob dieses System anspringt oder nicht hängt dabei immer von Deinen Einstellungen und Erwartungen in Relation zur jeweiligen Situation ab. Im Coaching kann ich Dir ein umfassendes Verständnis über diese Zusammenhänge vermitteln. Als Resultat werden sich Deine Einstellungen und Erwartungen auf eine Weise neu ausrichten, dass dem Flow nichts mehr im Weg steht.

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