Mentale Stärke im Wettkampf

Der Spieler nimmt den bierdeckel-genauen Pass perfekt an, sprintet auf das Tor zu, dribbelt die gesamte gegnerische Abwehr aus, täuscht den Torwart, hechtet vorbei und schmettert den Ball mit aller Wucht… vor die Latte. Verzweifelt schaut er gen Himmel, rauft sich die Haare, fällt auf die Knie und kann es nicht fassen. – Wie konnte das passieren? Dieser Fußballprofi trainiert seit über 20 Jahren, spielt im Training immer hundert von hundert solchen Bällen ins Tor. Aber heute im entscheidenden Moment beim Stand von 2:2 in der 85. Minute im Pokalfinale nicht.

Diese Situationen sind keine Seltenheit und die Reaktion ist oft dieselbe: Trainingspensum erhöhen. Scheinbar ist die Trefferquote ja doch nicht hundert Prozent, also wird das Schusstraining und Techniktraining erweitert. Am Resultat ändert sich dadurch überhaupt nichts. Gehen doch die Maßnahmen ganz offensichtlich völlig am eigentlichen Problem vorbei. Wenn wir statt dessen einmal Training und Wettkampf differenziert betrachten, stellen wir fest, dass eben dieser unterschiedliche Kontext ausschlaggebend ist. Aber was ist der entscheidende Unterschied?

Im Training ist es ausreichend ein guter Fußballer zu sein. Technik, Ausdauer und Strategie können locker und völlig unabhängig von wichtigen Spielergebnissen geübt und umgesetzt werden. Im Wettkampf hört genau diese Unabhängigkeit auf. Es geht um etwas, die eigene Leistung bekommt eine entscheidende Bedeutung und wird bei Erfolg oder Misserfolg mit emotionalen Folgen belohnt oder bestraft. Das Ausschlaggebende ist hier also nicht der Ball im Tor, sondern der Jubel oder die Enttäuschung danach. Gerade im Fussball kann man das enorme emotionale Ausmaß hautnah miterleben. Fällt das Tor, springt das ganze Team in Rudelmanier aufeinander und ein halbes Stadion mit zigtausend Fans erbebt im lautstarken Freudentaumel. Fällt das Tor nicht, schwingt die Energie um, ein tiefes Raunen geht durch die Reihen, abwertende Handbewegungen und vorwurfsvolles Gebrüll sind keine Seltenheit. Und der betroffene Spieler bekommt das deutlich zu spüren.

Jeder Mensch versucht die negativen Emotionen zu vermeiden und will möglichst viele positive Emotionen erleben. Von unserem Erfolg oder Versagen kann abhängen, ob wir uns von anderen geliebt oder gehasst fühlen. Und nicht nur das. Wir selbst haben an uns ebenfalls bestimmte Erwartungen, die wir erfüllen oder nicht erfüllen und die uns vor Freude jubeln oder vor Enttäuschung zusammenbrechen lassen. Und weil das emotionale Erleben so wichtig für uns ist, beschäftigen wir uns damit in allen Lebenssituationen nahezu ständig, und zwar größtenteils unbewusst.

Warum also treffen Profifußballer in entscheidenden Situationen im Wettkampf nicht immer das Tor? Der Grund ist schlicht ein Mangel an Aufmerksamkeit für die Spielsituation. Ein Teil ihres Bewusstseins ist gedanklich involviert und beschäftigt sich mit den emotionalen Folgen. Die persönliche Bedeutung der eigenen Leistung zieht einen mehr oder weniger großen Teil der Aufmerksamkeit auf sich. Und damit zerstreut sich der Fokus weg von der Spielsituation. Ohne Fokus kein Tor. Und je höher das Spielniveau ist, desto ausschlaggebender werden kleinste Unaufmerksamkeiten. Auf hohem Niveau geht es kaum mehr um einen Vergleich von Technik und Strategie. Fußballspielen können dort alle. Der Vergleich dreht sich vielmehr rein um die mentale Stärke von Spielern und Mannschaften und damit um völlig andere Kompetenzen.

Mental stark zu sein ist kein Zufall, sondern Du kannst Dir diese Eigenschaft bewusst aneignen. Mentale Stärke definiert sich durch einen stabilen Fokus, frei von äußeren und inneren Einflüssen und Ablenkung. Das setzt zum einen emotionale Unabhängigkeit voraus und zum anderen brauchst Du ein klares Bewusstsein für Deine Ziele und Prioritäten. Daraus entsteht eine hohe Motivation und ein starker Wille. Alles zusammen ist in erster Linie eine Frage der richtigen Einstellung.

Wenn Du Deine Erfolge im Wettkampf steigern willst, gebe ich Dir im Coaching einen Überblick über die erforderlichen Kompetenzen. Wir analysieren Stärken und Schwächen und Du bekommst Tipps und Tricks, mit denen Du sofort Deine Effektivität steigern kannst. Nach und nach wirst Du nicht mehr nur teilweise Bestleistungen im Wettkampf erbringen, sondern Dich regelmäßig an Deiner oberen Leistungsgrenze bewegen. Und gerade wenn die Herausforderungen am Größten sind, wirst Du Deine stärksten Momente erleben.

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