Richtig entscheiden

Unser ganzes Leben besteht aus kleinen und großen Entscheidungen. In jedem Augenblick wählen wir aus einer Vielzahl Optionen das vermeindlich Richtige für uns aus. Viele Entscheidungen werden dabei unbewusst und reaktiv getroffen, andere bewusst und länger durchdacht. In jedem Fall geschieht etwas in unserem Umfeld und wenn wir uns davon betroffen fühlen, reagieren wir entsprechend darauf.

Springt ein Hund agressiv auf mich los, renne ich weg, kommt ein Auto auf mich zugerast, weiche ich aus. Auf dieser Ebene leiten uns die Instinkte zu einem eindeutigen Ziel: Überleben. Da wird nichts durchdacht, bewusst gegeneinander abgwägt, ausprobiert oder sonst was. In Gefahr sind wir gegenwärtig und tun automatisch das Richtige: Flucht oder Angriff.

In weniger gefährlichen Situationen steht zwischen Geschehen und Reaktion noch unsere persönliche Einschätzung. Eine Situation wirkt auf uns ein und wir vergleichen diese unbewusst mit ähnlichen Situationen, die uns früher wiederfahren sind und setzen sie in Bezug zu unseren Bedürfnissen. Jetzt erfährt das Geschehen eine umfassendere Bewertung und wir reagieren in der Regel emotional mit Freude, Wut oder Angst und handeln entsprechend. Hier ist schon nicht mehr so eindeutig, ob jede unserer Reaktionen richtig und das beste für uns oder die Situation ist. Richtig oder Falsch haben keinen einfachen, objektiven Maßstab, sondern beruhen auf individuellen Interpretationen vielfältiger persönlicher Erfahrungen. Nicht allein die Situation ist entscheidend, sondern die emotionale Bedeutung für die eigene Person.

Eine weitere Ebene stellen unsere sogenannten bewussten Entscheidungen dar. Hier gibt es dann eine mehr oder weniger große Auswahl an Möglichkeiten mit denen wir uns beschäftigen können. Wir haben Zeit und können mit unserem Denken und Handeln agieren statt automatisch zu reagieren. Nimmst Du einen Kaffee oder Capucchino, eine Pizza oder Nudeln, gehst Du ins Kino oder ins Theater? Auch diesmal gibt es keinen absoluten Maßstab für richtig oder falsch. Das Kriterium für Deine Entscheidung sind Deine individuellen Bedürfnisse. In dem Fall was Dir den größeren Genuß bereitet.

Gleiches gilt auch für viel wichtigere Entscheidungen, die sehr weitreichende Konsequenzen haben und deren Auswirkungen weiter in der Zukunft liegen. Auf dieser Ebene kommt dann das analytische Denken zum Tragen. Wir können Pro und Contra sammeln und gegeneinander abwägen, andere Erfahrungen einbeziehen, uns spezielles Wissen aneignen, uns mit anderen austauschen, uns also lang und breit mit einer Herausforderungen oder einem Problem beschäftigen. Aber auch diese Ergebnisse und daraus abgeleiteten Entscheidungen werden letztlich auf der Einstellung und Motivation der betroffenen Person basieren.

Entscheidungen werden also nicht nach absoluten (objektiven) Maßstäben getroffen, sondern nach individuellen (subjektiven) Maßstäben. Diese Subjektivität kann dabei zwar nicht isoliert für eine Person betrachtet werden. Als Teil einer sozialen Gemeinschaft, in der jeder von uns aufwächst und in der jeder von der Interaktion mit seinem Umfeld geprägt wird, versteht sich Subjektivität immer auch als InterSubjektivität und basiert auch auf den Werten der gesamten Kultur. Dennoch ist jeder Mensch aufgrund differenzierter Erfahrungen einzigartig und ebenso einzigartig ist sein Maßstab für Entscheidungen. Und damit stellt sich die wichtigste aller Fragen für richtige Entscheidungen: Was ist Dein Maßstab?

Darauf gibt es zunächst einmal für keinen Menschen eine eindeutige Antwort. Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen und seine Bedürfnisse haben unendliche Formen und Ausmaße. Wir möchten frei sein, aber auch sicher und geborgen. Wir möchten etwas bewirken und erschaffen, aber auch genießen und ruhen. Wir möchten Sinn im Leben finden, aber auch einfach mal ausflippen. Und dann unsere vielen Rollen, die wir ständig einnehmen: Vielleicht bist Du Mutter, Musikerin und Chefin oder Jungendlicher, Mitglied in einer Clique und Motorradfahrer. Oder Politiker, Freeclimber und Buddhist. Menschen haben viele Identitäten, die nicht selten mit gegensätzlichen Bedürfnissen einhergehen. Je nachdem in welchem Kontext wir uns bewegen, verschieben sich unsere Werte und Prioritäten. Es gibt so ganz von alleine keinen eindeutigen Fokus und damit auch keinen eindeutigen Maßstab. Vielmehr wirst Du durch den Einfluss Deines Umfeldes, Deiner Rollen und Deiner Beziehungen zu anderen Menschen beeinflusst und hin und her gerissen, ganz zu schweigen von Deiner persönlichen Weiterentwicklung. Was vor ein paar Jahren wichtig war, hat sich vielleicht längst erledigt, was Dich früher nicht interessiert hat, begeistert Dich heute, weil sich neue Kontakte und Gelegenheiten ergeben haben.

Ganz schön chaotisch, oder nicht? Und das alles wäre ja auch völlig egal, wenn Menschen sich damit glücklich und zufrieden fühlen würden. In den allermeisten Fällen ist das aber nicht so. Und an dieser Stelle wird es sehr spannend, sich dieses ganze Konstrukt der eigenen Persönlichkeit und Einstellung einmal näher anzuschauen und ein bisschen Ordnung zu schaffen. Denn um die richtige Entscheidung zu treffen, musst Du Dich nicht endlos lange mit verschiedenen Lösungen beschäftigen, sondern intensiv mit Dir selbst. Wenn Dein Maßstab klar ist, wird die richtige Lösung immer offensichtlich sein und jede Unsicherheit verschwindet.

Wenn Du zb. eine große Vision oder bestimmte Ziele hast, aber damit nicht wirklich weiterkommst. Woran liegt das? Keine Zeit? Andere Prioritäten? Andere Verpflichtungen? Andere Meinungen? Oder passen diese Ziele überhaupt zu Dir? Was treibt Dich an? Was hält Dich zurück? Wer oder was steht Dir im Weg? Auf all diese Fragen finden wir im Coaching Antworten. Es entsteht Ordnung und Fokussierung und Du erkennst das für Dich Wesentliche. Dieses Wesentliche wird Dein Stern sein, der Dich leitet. Daran, und nur daran, werden sich dann Deine zukünftigen Entscheidungen messen.

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